Der erste gemeinsame Auftritt von Caro und Manusch Weiss riß die musikhungrigen Pinneberger Jazzfreunde mit. Gerade im zweiten Set nahm die Band richtig Fahrt auf und spielten bis fast 23 Uhr, eine Stunde mehr als geplant.
Aufgrund von Problemen mit dem Equipment (der von den Veranstaltern zur Verfügung gestellten Flügel war defekt) fing das Konzert mit einer kurzen Verspätung mit 2 Jazz-Standards an. “Sweet Georgia Brown” und “Minor Swing” von der Band brachten alles im Gange, bevor Caro dann beim hervorragenden “Mona Lisa Liut” mit mischte, das erste gemeinsam von Caro (Text) und Manusch (Musik) geschriebene Lied (das schmeckt nach mehr).
Im zweiten Set hörte man dann mehr von Caros Lieder – Paris, Down at Nancys (mit Gästen Matthias Schlechter am Klavier und Jochen Reich am Klavier), sowie SOS wurden für die neue Formation super adaptiert und sie heizten das Publikum richtig ein. Auffällig war überhaupt, dass das eigene Material viel besser bei den Zuschauer ankam, ein kleiner Wink für die Zukunft(?)
Es folgten dann zwei lautstark geforderten Zugaben, bevor ein sehr gelungener erster Auftritt dann zu Ende ging.
Ein toller Band, das geniale Gitarrenspiel von Manusch, die tolle Stimme von Caro – ist das die Zukunft? Ja, unbedingt, allerdings müssen Caro und Manusch nach und nach die Jazz-Standards durch eigenes Material ersetzen. Dann erst werden wir das volle Potential dieser Band erkennen.
Die Presse schreibt:
Unter der Titel “Musikalische Magie im Mondschein” schreibt das Pinneberger Tageblatt:
“Als sie im vergangenen Jahr auftreten wollte, zog ein orkanartiger Sturm auf, die Bühnenkonstruktion schwankte, die Stühle flogen meterweit und die Eröffnung des SummerJazz 2008 ertrank in sintflutähnlichen Wassermassen. Dieses Mal beherrschte sie mit ihrer faszinierenden Ausstrahlung und der fabelhaften Band selbst die Bühne, und Stühle wurden eigentlich gar nicht gebraucht, zumindest gegen Ende des Konzerts: Mit stehenden Ovationen erzwangen die mehr als 1000 Zuhörer drei Zugaben von der Sängerin Caro, dem Sintiswing-Gitarristen Manusch Weiss und ihren Begleitmusikern. Ein traumhaftes Konzert, das im strahlenden Sonnenlicht begann und nach mehr als drei Stunden bei romantischem Mondschein endete.” [den ganzen Beitrag lesen]
Und nun ein Bericht von unserem guten Freund Leo…:
„Caro Meets Manusch Weiss“, ein Bandname an dem sicherlich noch gearbeitet werden sollte, jedoch nicht an der Bandzusammenstellung selber, denn die besteht an diesem heißen Sommerabend aus den exquisitesten Musikern Hamburgs.
Bevor Caro lässig in einem knall blauen Kleid auf die Bühne schlendert, schnarrt, rumpelt und swingt es schon gewaltig auf der Pinneberger-Hauptbühne so sehr, dass es niemanden mehr von den über 1.000 Besuchern auf den Plätzen hält.
Das Wetter ist an diesem Abend sehr drückend, schwül, nein heiß. Drinks machen ihre Runde, und das durstige Volk verlangt einfach nach immer mehr… Nein, nicht Getränke, sondern nach über 3 Stunden Caro Haute Cuisine, und das vom feinsten.
Die Band besteht mittlerweile aus keinen geringeren Musikern als Manusch Weiss (Guitar), Robbie Smith (Drums), Enzo Weiss (Rythm Guitar), Henner Malecha (Bass) und Andreas Paulsen (Piano), die schon richtig Gas geben, bevor Caro überhaupt ihren ersten Song „Mona Lisa Liut“ ins Mikro haucht. Der Track ist eine swingende Uptempo-Nummer, die Caro gut zu Gesicht steht, und die Zuschauer in ihren Bann zieht. Im Text handelt es sich um ein böses Mädchen, dass versucht sich in Hotels irgendwie über Wasser zu halten, ohne Rücksicht auf Verluste. Na, wenns hilft…
Gespielt wird in dieser langen Nacht ein Repertoire aus emotionalen und groovenden Eigenkompositionen, wie „Down At Nancys“,
„SOS“, „Paris“, oder schon erwähntem „Lisa Liut“. Angereichert durch spannende Interpretationen bekannter Songs der 30er und 40er Jahre, in einem swingenden Django Reinhardt Gewand, abgeschmeckt mit einem Hauch von Soul, R’n’B,, Jazz´n & Boogie, und dem absoluten überwältigenden Charme einer Caro in Topform.
Nicht zuletzt ist das Set eine Reminissance an Caros verstorbenen Vater, der sich mit diesen Liedern in den 60ern in dunklen Schuppen und Bars seinen Unterhalt verdiente. Caro schafft es jedoch sich die Songs zu eigen zu machen, wie z.B. in „Summertime“, dass zwar jeder kennt, aber nicht mit einer Stimme die gegen Ende des Songs dermaßen explodiert, und einem Gänsehaut garantiert. Nach über drei Stunden war es geschehen, eine wundervolle Premiere fand sein Ende in stürmischen Applaus.
Die Setlist unterscheidet sich übrigens absolut von Caros „Eternity“-Programm. Es zeigt neue musikalische Facetten und Wege, ohne sich jedoch zu weit vom letzten Werk zu entfernen. Wenn es etwas zu bemängeln gibt, dann den einen oder anderen zusätzlichen Swinger, der die Fans zum Tanzen mitnimmt. Cool, es rumpelt wieder…
Setlist:
Sweet Giorgia Brown (instrumental, 1925 by Ben Bernie & Maceo Pinkard (music) and Kenneth Casey (lyrics)
Minor Swing (instrumental, Django Reinhardt)
Mona Lisa Liut (Manusch Weiss/Caro)
Its Impossible (Armando Manzanero)
Nuages (instrumental, Django Reinhardt)
Summertime (George Gershwin, 1935)
Moonlight in Vermont (John Blackburn and Karl Suessdorf,1943)
Cherokee (instrumental)
Stella By Starlight (Victor Young,1944)
Blues For Clair (instrumental, Django Reinhardt)
Themthere Eyes (Maceo Pinkard, lyrics by Doris Tauber, 1930))
Paris (Caro)
My Funny Valentine (Richard Rodgers and Lorenz Hart,1937)
Down At Nancys (Caro)
SOS (Caro)
Come Rain Or Come Shine (Harold Arlen/Johnny Mercer.1946)
Mess Around (Ray Charles)
Cocette (instrumental)
All Of Me (Gerald Marks mit dem Text von Seymour Simons, 1932))
Night And Day (Cole Porter, 1932)
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Plus 3 Zugaben
Bilder von diesem Auftritt gibt es hier:
Eigentlich ist die Musik ja nicht wirklich neu. Eine Mischung aus Django Reinhardt und Jazz-Standards der 30er bis 50er Jahre. Was das Unternehmen so besonders und einzigartig macht, ist die bezaubernde eindringliche Stimme von Caro. Hoffentlich kommt da noch etwas nach.