Ganz spannend Red Baron, das habe ich nie gewußt.... ziehe aber denn doch die Version von Inga Rumpf vor.
Ich habe übrigens ein Ressentiment von "Private Dancer" bei Amazon gelesen, das von allen anderen abweicht, aber denn doch meiner Meinung ziemlich nahe kommt :) Was sagt ihr dazu?
"Kürzlich fiel in einem TV Beitrag über die Karriere von Fr. Bullock der Satz ...und als Sie dann auf Ike Turner traf, änderte sich ihr Leben schlagartig" (man bemerke die - sicherlich ungewollte - Doppelbödigkeit die in dieser Formulierung steckt) und wie wahr ist dieser Satz. Turner holte das Beste aus Anna Mae heraus, den Soul, die Verzweiflung, die Wut und alles war echt, weil auch so gefühlt. Vor allem waren die Aufnahmen mit Ike aber eines: gut gemachte und größtenteils zeitlos produzierte Musik. Das kann man von diesem Album hier, das allgemein als das ,comeback' Album und als Startpunkt ihrer erfolgreichen Solokarriere gedeutet wird, leider nicht behaupten.
Ja dieses Album es ist ein Startpunkt, allerdings jener ab dem die mainstream Popmusik der 80er Jahre anfing wirklich grausam zu werden, vor allem wegen der Produktions und Arrangement Standards die ab hier verwendet wurden - elektronisches Schlagzeug, Sequencer, Plastik Gitarren sounds, grauenhaft digital synth sounds, effektüberladene Arrangements. Was die Auswahl des Songmaterials angeht, kann man dem Album eigentlich nichts vorwerfen, denn die songs an und für sich sind größtenteils in Ordnung, allerdings nicht alle passend für Frau Turners Stimme. Das beste hier ist noch die Blues Deutung von ,Help' - wahrscheinlich dank der geschmackssicheren musikalischen Unterlegung der Crusaders, und auch Bowie's ,1984' geht noch in Ordnung, obwohl es dem Original eigentlich nichts hinzuzufügen weiß. ,I Can't Stand The Rain' geht sich dann schon weniger aus, weil hier auch Turners Stimme den song mit der Brechstange öffnet, anstatt ihn lasziv und anrüchig klingen zu lassen, wie es die Melodie dieses songs eigentlich verlangt. ,Let's Stay Together' grenzt dann nahezu schon an schwerer Körperverletzung, denn wie Turner hier die unterschwellige und leise Verzweiflung, ja Resignation die dieser song ausstrahlen sollte, durch Wut ersetzt - das hat dieser Al Green Klassiker wahrlich nicht verdient. Die Rock und Rock'n'Roll Nummern a la ,Better Be Good To Me', ,Steel Claw' etc. gehen dann wegen den vorher schon angeführten Produktionssünden gar nicht, auch war Turners Stimme nie für Rock geeignet, und wer jetzt die Rockgitarren bei ,Nutbush' als Gegenargument bringt dem sei gesagt: ja, eh. Aber das war eine Funk Nummer mit Mitteln des Rock gespielt, genauso wie viele Cover songs von Ike + Tina Rocksongs waren, die zu Funk und Blues umgedeutet wurden (,Whole Lotta Love', Come Together' etc.), und dafür war Turners Stimme perfekt. Ein Wort noch zum Titelsong: tolle Komposition von Mark Knopfler mit der wirklich versucht hat, Turner einen song auf den Leib zu schreiben, aber auch hier hat die Produktion viel kaputt gemacht. Ich würde dieses Lied gerne mal ,unplugged', oder in einem leichten Jazz-Kontext hören, ich glaube, das wär's.
Was danach in Turners Karriere an Platten noch kam, war oft noch viel schlimmer (,Break The Rules', ,Foreign Affair') und selten besser (,Wildest Dreams'). Am passendsten und überzeugendsten klang ihre Stimme immer zu Funk und R&B. Deshalb war wohl ihr gelungenstes Soloalbum auch der Soundtrack zu ,What's Love...' weil der eben zu einem Großteil aus Ike & Tina Nummern bestand."
"Dave is a genius" - Luthea Salom